Dienstag, 10. Juni 2008
Blumen und Tiere
Claire Goll (1901-1977)

(aus: Poèmes de Jalousie 1926)

Seit du mich verlassen hast
Wird nicht mehr Tag.
Die Nächte gleiten mit der Zeitlupe
Durch alle Monate verfolgt mich Winter.
Auf dem Grund meiner gefrorenen Augen
Sterben die Fische
Und goldene Motten
Fressen an meinem wollenen Haar.
Niemals wieder seh ich den Frühling
Maiglöckchen und Gelbstern
Weigern sich schon zu wachsen.
Mai, süßer Revolutionär,
Warum fliehst du mich?

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