Dienstag, 10. Juni 2008
Blumen und Tiere
Claire Goll (1901-1977)

(aus: Poèmes de Jalousie 1926)

Seit du mich verlassen hast
Wird nicht mehr Tag.
Die Nächte gleiten mit der Zeitlupe
Durch alle Monate verfolgt mich Winter.
Auf dem Grund meiner gefrorenen Augen
Sterben die Fische
Und goldene Motten
Fressen an meinem wollenen Haar.
Niemals wieder seh ich den Frühling
Maiglöckchen und Gelbstern
Weigern sich schon zu wachsen.
Mai, süßer Revolutionär,
Warum fliehst du mich?

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Freitag, 30. Mai 2008
Kausalitäten
„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Gefühle.
Achte auf Deine Gefühle, denn sie werden Dein Verhalten.
Achte auf Deine Verhaltensweisen, denn sie werden Deine Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Achte auf Dein Schicksal,
indem Du jetzt auf Deine Gedanken achtest.“
Talmud

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Donnerstag, 15. Mai 2008
Erinnerung an China
Was ist das für eine Welt?
Die Liebkosungen gehen in Würgungen über.
Der Liebesseufzer verwandelt sich in den Angstschrei.
Warum kreisen die Geier dort?
Dort geht eine zum Stelldichein.
B. Brecht "Der gute Mensch von Sezuan"

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Mittwoch, 7. Mai 2008
der Infinitiv mit zu
Kinder und Linke

Wer Kindern sagt
Ihr habt rechts zu denken
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
Ihr habt links zu denken
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
Ihr habt gar nichts zu denken
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
Es ist ganz gleich was ihr denkt
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
dass daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht ein Linker

Erich Fried

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Freitag, 2. Mai 2008
Deutsche Geschichte -
oder die Erziehung einer Generation: ein Buchtipp -
http://www.dieterwunderlich.de/Haffner_geschichte.htm

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Mittwoch, 30. April 2008
noch einmal Lebensweisheiten
Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt haben - und nicht, was wir ersehnt haben.
Arthur Schnitzler

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Samstag, 12. April 2008
Lebensweisheiten
Man muss in das Gelingen verliebt sein und nicht in das Scheitern.
Ernst Bloch

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Samstag, 5. April 2008
die Reise ins Ich
"Dir steht eine lange Wanderung bevor. Ich werde 10 Jahre auf dich warten. Nimm dir Zeit für den Weg, aber vergiss nicht, dass die Zeit vergeht. Kehrst du zu früh oder zu spät zurück, wirst du mich nicht erlösen und ich bleibe für immer eine Taube, - sagte sie, breitete die Flügel aus und flog aus dem Fenster davon. Kirkian blieb zurück und hatte keine Ahnung, wohin er zurückkehren würde. Ihm stand eine lange Wanderung bevor."
Märchen

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Sonntag, 30. März 2008
Vom Gehorsam der Deutschen:
http://www.trend.infopartisan.net/trd0699/t310699.html

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Montag, 24. März 2008
Ostermontagsgedanken
Kultur ist: zu wagen,
Lesen zu wagen,
zu wagen, an eine eigene Ansicht zu glauben,
sich zu äußern wagen

Peter Weiss

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